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Good life




Das Resümee dieses Sommers?
Mit einem Wort gesagt: schön

Die Aussis sagen : good life.

Sie haben Recht.

Alle sechs feiern wir einen feuchtfröhlichen Abschied, als würden wir uns nie mehr wiedersehen.
Auch St. Jean feiert. Extra zu unserem Abschied wird ein Feuerwerk mit einem Open-Air-Konzert veranstaltet. Melancholische Gesänge wehen über das pechschwarze Wasser des Hafens. Rote, blaue, grüne und lila Sterne erglühen, flittern irisierendes Licht über den Himmel und verglühen, machen Platz für goldene Fontänen und Wasserfälle. Feurige Kaskaden verlieren sich im Qualm von Knall und Böllern. Das Wasser des Hafens ist spiegelglatt. Doch bei jedem Knall springen Hunderte von kleinen Fischchen erschrocken auf und verwandeln für Sekunden die Wasseroberfläche in einen brodelnden Hexenkessel. Wir genießen dieses Schauspiel auf dem Achterschiff, unter dem lustig grinsenden Gesicht eines fast kreisrunden Mondes.

Das Leben ist keine Generalprobe. Jetzt ist die Zeit glücklich zu sein.



Natürlich sind wir unserem Vorsatz, dieses Jahr nicht zuzunehmen, untreu geworden. Die vielen Barbecues, Bowlen und Sangria, Happy Hours und Wiedersehensfeiern, viele, viele Cubis vin rouge mit Käse und Baguette und natürlich die herrlichen Cote de Bufs und Rillettes, die konnten auch immer wieder eingeschobene Quark-Tage nicht ungesühnt machen.

Ein karger Winter wird uns erwarten.

Doch erst einmal stehen uns noch hoffentlich wundervolle Herbsttage im Doubs ins (Boots-) Haus.

Unsere australischen Freunde freuen sich aufrichtig uns wiederzusehen. John ist leider mit seiner Motorreparatur nicht fertig geworden, doch er ist blauäugig wie immer. "Wird bis Mitte nächster Woche schon klappen."

Manfred ist keineswegs so zuversichtlich. Skeptisch beäugt er die Arbeit von John und seinem Freund Henry. Beide Schiffsingenieure bei der Navy. Doch lang, lang ist's her.
"Wenn das funktioniert, was die zwei machen, gebe ich meinen Meisterbrief zurück. Die arbeiten viel zu unsauber, kein O-Ring sitzt richtig, keine Ventile eingeschliffen, die Lagerschalen nur umgedreht, das kann nicht klappen." Kopfschüttelnd kommt er immer wieder von seiner Besichtigungstour zurück.

Doch John ist von seinem Können überzeugt. Erfahrung ist ein langer Weg und eine teure Schule.
Wäre es nicht besser sich Manfreds langjährige Kenntnisse als Kfz-Meister und Dieselspezialist zu nutze zu machen?

Aber tatsächlich: bumberum, bumbumberum. Alles hält den Atem an.
Nach zwei Minuten Ruhe.
Der zweite Zylinder, der neu eingebaute, drückt Wasser in die Ölwanne.
John und Jan sind den Tränen nahe.
Henry und Sue machen betretene Gesichter.
In Manfreds Miene wechseln Mitleid, Unverständnis und ein kleines bisschen Genugtuung, dass er mit seiner Prognose mal wieder recht behalten hat.

Als Jungfrau muss ich immer wieder mal den Finger heben und schulmeisterhaft verkünden, dass Menschen die immer Recht behalten eine wahre Plage sind.

Doch was nützt's, der Motor muss wieder auseinander genommen werden, um zu begutachten ob die Jungs Scheiße gebaut haben, oder ob was anderes faul ist, das sie einfach nur übersehen haben.

Dieses mal lässt es sich Manfred nicht nehmen die Arbeit der beiden genau unter die Lupe zu nehmen. Sie müssen die beiden Ventile einschleifen, den Sitz der Laufbüchse ordentlich reinigen, die scharfen Kanten der neuen Laufbüchse brechen und die O-Ringe sorgfältig montieren. Und siehe da, es funktioniert. Der Motor qualmt zwar wie eine alte Dampflok, aber immerhin, er ist dicht und läuft. Unserem Trip in den Doubs steht nichts mehr im Weg.

Wieder eine feuchtfröhliche Happy Hour als Abschiedsfeier von Sue und Henry und am nächsten morgen werfen wir die Leinen los zu unserer vorletzten Etappe Richtung Heimat.

Die Schleuse in den Rhein-Rhone-Kanal konnte man früher leicht übersehen, vielleicht war das ein Grund ein riesiges Hinweisschild anzubringen. Doch der Anfang dieser bedeutenden Route nach Deutschland und der Schweiz ist und bleibt ein unscheinbares schwarzes Schleusentor.